Am letzten Wochenende war es endlich so weit, mein Saisonhöhepunkt beim Ironman Regensburg stand auf dem Programm. Die Vorbereitung war gut gelaufen, nach der verkorksten Saison 2009 und dem DNF beim letzten Ironman Hawaii blieben aber trotzdem ein paar Zweifel ob ich meine Leistung im Rennen auch würde abrufen können.
Um 7Uhr am Sonntagmorgen fiel dann der Startschuss am Guggenberger See in der Nähe Regensburgs. Es war mein erster Start als Profi im Ironman Renngeschehen daher kam ich in den Genuss einen 5 Meter Startvorsprung auf die knapp 1900 Amateure zu bekommen. Spätestens als ich mich kurz vor dem Start noch einmal umgedreht habe und die Meute am Strand stehen sehen konnte, war mir klar, dass die Sandkastenspiele jetzt vorbei waren, jetzt musste ich mich mit den Großen messen.
Das Schwimmen war dann von Anfang an ziemlich schnell, könnte eventuell daran liegen, das mit Christoph Wandratsch der Weltrekordhalter über die 3,8km am Start war. Nach circa 1000m musste ich mich zusammen mit Aaron Farlow aus der Spitzengruppe verabschieden, hatte mit dem Australier aber einen guten Begleiter für die nächsten Rennstunden gefunden. Etwas mehr als 48 Minuten standen auf der Uhr als ich den See als 5. verlassen habe und die Radstrecke rund um Regensburg in Angriff nahm.
Die ersten 10km der Radstrecke waren flach und eigneten sich super zum Einrollen bevor es in den härteren Teil der Runde mit den Anstiegen in Richtung Brennberg ging. Ich nutzte dies auch um mich gleich von Anfang an ordentlich zu verpflegen. Im ersten Drittel der Raddistanz ist nicht viel passiert. Aaron und ich fuhren an Position 4 und 5, denn Christoph Wandratsch hatten wir recht schnell wieder gestellt, wechselten uns im fairen Rahmen mit der Tempogestaltung ab, verloren allerdings trotzdem immer mehr Boden auf die 3 “Ausreißer” vor uns.
Nach 70km bekamen wir dann Gesellschaft des super stark fahrenden Christian Brader und es ging ordentlich die Post ab. Diesen Express musste ich in der zweiten Runde in den Anstiegen nach Brennberg leider ziehen lassen. Ich ging mit 30 Sekunden Rückstand über die Kuppe und dachte noch, dass ich in der Abfahrt eventuell noch mal hinkommen könnte, leider waren es aber trotz vollem Risiko in der Abfahrt nur 2 Sekunden die ich gutmachen konnte. Von da an war ich auf mich alleine gestellt und wechselte nach 4:44 Stunden für die 180km als 10. in die Laufschuhe.
Zu Beginn des Marathons ging es für mich dann sofort wieder einen Platz nach vorne, allerdings tat sich dann lange nicht mehr viel. Ich lief als 9. auf der schönen, aber sicherlich nicht ganz einfachen Runde, durch die Regensburger Innenstadt. Mal hab ich mich super gefühlt und mal eher nicht so gut…Bei Kilometer 25 konnte ich dann einen weiteren Platz gutmachen, kämpfte aber eigentlich mehr mit mir und dem Willen gerne mal drei Schritte zu gehen als zu Laufen, als mit meinen vermeintlichen Gegnern. Bei Kilometer 41 hatte ich mich dann schon mit Platz 8 angefreundet da wurde es dann aber noch mal richtig eng. Erst wurde ich vom 9. überholt, dann kam auch noch der 10. gefährlich nah. Da war dann kämpfen angesagt. Als der Abzweig zum Ziel kam waren die Positionen zum Glück so gefestigt, dass ich die unglaubliche Stimmung an der Finishline auf den letzten 200m genießen konnte. 8:49:34 Std. standen auf der Uhr. Neue Bestzeit auf einer Strecke, die sicherlich nicht als High-Speed-Kurs bekannt werden wird.
Letztendlich wurde das Ergebnis dann sogar noch auf Platz 8 korrigiert, da ein vor mir liegender Italiener seine Zeitstrafe wegen Windschattenfahrens nicht abgesessen hatte und disqualifiziert wurde.
Top 8 bei einem Ironman Rennen, neue Bestzeit, endlich auch mal auf dem Rad konkurrenzfähig gewesen und nach den Verletzungen des letzten Jahres im Marathon wieder solide unterwegs, allerdings auch noch mit Luft nach oben. Ich bin rundum zufrieden.
Jetzt steht erst einmal Ruhe und Urlaub an bevor es im September noch für den TuS Griesheim bei den letzten beiden Bundesligarennen an den Start geht. Ob es danach noch einen Ironman oder 70.3 Start in Übersee geben wird werde ich mir in der nächsten Zeit überlegen. Lust hätte ich schon, weiß nur nicht ob ich auch Zeit haben werde…